SIE-Bayerns Frauen im Gespräch am 28. Juli 2021 im Livestream mit Fadumo Korn.

Die Frauenbeauftragte der Staatsregierung, Sozialministerin Carolina Trautner, hat sich zur ersten Live-Veranstaltung im Netz im Rahmen der Reihe „SIE-Bayerns Frauen im Gespräch“ ausgetauscht. Gesprächspartnerin war Fadumo Korn, die in Somalia als Nomadin zur Welt kam und heute in München lebt. Sie arbeitet als Autorin, Dolmetscherin, Kulturmittlerin – und engagiert sich gegen die weibliche Genitalbeschneidung (FGM).

Schätzungen zufolge gibt es derzeit über 70.000 Frauen und Mädchen in Deutschland, die von weiblicher Genitalbeschneidung betroffen, und 15.000, die davon bedroht sind. Auf Grundlage der Terre des Femmes Dunkelzifferstatistiken belaufen sich für das Jahr 2020 die Schätzungen für Bayern auf 12.600 betroffene Frauen und 3.300 gefährdete ausländische Mädchen.

Fadumo Korn, selbst Betroffene, gab den Teilnehmerinnen durch die sehr bewegende Schilderung ihres eigenen Lebenswegs Einblick in ihre ganz persönliche Geschichte. Fadumo Korn hat den tiefen Schmerz, der ihr zugefügt wurde, in eine große Stärke verwandelt. Durch ihr Engagement erreicht sie viele Frauen und Mädchen und schenkt ihnen neuen Lebensmut.

Frau Staatsministerin lobte ihr vorbildliches Wirken und betonte: „Wir müssen Mädchen und Frauen vor weiblicher Genitalverstümmelung schützen. Deshalb ist es mir wichtig, für dieses Thema zu sensibilisieren und die Prävention zu stärken.“

Das Bayerische Sozialministerium hat im Frühjahr ein Präventions-Netzwerk gestartet, die ersten Projekte haben ihre Arbeit aufgenommen. Im Vordergrund stehen Aufklärung, Beratung und Unterstützung in Familien, damit der Eingriff gar nicht erst stattfindet.

Im Anschluss an die Gesprächsrunde hatten die Teilnehmerinnen bei einem virtuellen Netzwerktreffen die Möglichkeit zum Gedankenaustausch und Vernetzen.

Fotos: ©Walter_korn@yahoo.com.