Fachveranstaltung und Sommerempfang 2015

„Technik statt Topmodel. Mädchen, MINT und Medien“ – SIE-Bayerns Frauen zu Gast beim Bayerischen Rundfunk

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – kurz: MINT – sind eine echte Zukunftsbranche. Sie bieten die Basis für hervorragende Karrierechancen. Trotzdem sind Frauen im MINT-Bereich leider noch immer unterrepräsentiert. Doch woran liegt das? Und welchen Einfluss haben die Medien?
Dieser Fragestellung widmete sich die Gesprächsreihe SIE-Bayerns Frauen am 24. Juli 2015 beim Bayerischen Rundfunk.

„Frauen und Mädchen stehen heute alle Türen offen. Trotzdem lassen sie sich bei der Berufswahl noch viel zu oft von festgefahrenen Rollenbildern beeinflussen“, stellte die Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Sozialministerin Emilia Müller fest. „Statt Topmodels brauchen wir echte Vorbilder in den Medien, wie beispielsweise Frauen, die sich für Technik und Naturwissenschaften interessieren. Und Mädchen müssen wir noch stärker als bisher sagen: Traut Euch!“

Häufig liegt es nämlich nicht an fehlender Begabung, Interesse oder Talent, dass Frauen und Mädchen in MINT-Berufen unterrepräsentiert sind: Frauen und Mädchen stehen heute alle Türen offen. Sie haben meist die besseren Schulab-schlüsse. Bei ihrer Berufswahl lassen sie sich aber noch viel zu oft von festgefahrenen Rollenbildern beeinflussen. Sie wählen „typisch weibliche“ Berufs-felder oder Studienfächer und folgen nicht ihren Interessen und Fähigkeiten. Umgekehrt gilt dies natürlich auch für Jungs.

Hier besteht Nachholbedarf. Das zeigt auch ein Blick auf die deutschen Hochschulen. So ist der Anteil weiblicher Studierender in der MINT-Fächergruppe seit 2008 nur leicht um 2,2 Prozent auf 23,2 Prozent gestiegen. Studien zeigen, dass die Rollenbilder in den Medien hier durchaus eine Rolle spielen. Beispielsweise hat sich seit dem Erfolg von Fernsehserien wie ‚Big Bang Theory‘ und ‚CSI‘ die Anzahl von Studienanfängerinnen in MINT-Fächern vervielfacht.

Frau Dr. Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen und PRIX JEUNESSE INTERNATIONAL berichtete daher in ihrem Vortrag über die Frauenrollen in den Medien und ihre Folgen. Dr. Marion Esch, Vorstandsvorsitzende der Stiftung für MINT-Entertainment-Education-Excellence, zeigte die Chancen der Fiktion für die Berufsorientierung auf.

Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Gelegenheit bei einem unterhaltsamen Selbsttest ihr technisches Geschick unter Beweis zu stellen, indem sie einen Ball ferngesteuert zum Fliegen bringen durften.

„MINT- kein Stoff für spannende Geschichten und Frauenfiguren im deutschen Unterhaltungsprogramm?“ war der Titel des Podiumsgesprächs mit Staatsministerin Emilia Müller, Frau Prof. Dr. Dr. Spanner-Ulmer, Frau Prof. Reitz und Herrn Prof. Dr. Kurz. Ergebnis war: Es gibt genügend erfolgreiche Frauen. Notwendig ist, mehr Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung zu schaffen.

Im Anschluss lud Frau Staatsministerin Müller zum Sommerempfang ein und es war genügend Zeit zum Austausch und die Angebote des Marktes der Möglichkeiten unter die Lupe zu nehmen.