Regionale Partnerinnen zu Gast in der neuen Microsoft-Deuschlandzentrale in München

Am 23. Mai 2017 besuchte die Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller, mit den regionalen Partnerinnen des Netzwerks „SIE-Bayerns Frauen“ die Microsoft Deutschlandzentrale in München, um sich dem Thema „Arbeit 4.0“ zu widmen. Denn Globalisierung und Digitalisierung verändern die Rahmenbedingungen der Lebens- und Arbeitswelt fundamental.

Renate Radon, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland, stellte die im Herbst vergangenen Jahres eröffnete Firmenzentrale vor, in der mit völlig neuen Ansätzen „Arbeiten 4.0“ verwirklicht wurde. Zusammen mit der Personalchefin Claudia Wentsch und weiteren weiblichen Führungskräften von Microsoft erhielten die Teilnehmerinnen spannende und inspirierende Einblicke wie „Arbeit 4.0“ bei Microsoft umgesetzt wird.

Foto: StMAS

Gruppenfoto Besuch Microsoft Deutschlandzentrale 23.05.17

 

„Bayerns Frauen – stark, inspirierend, erfolgreich!“

Bayerns Frauen sind Spitze - sie leiten Unternehmen und Abteilungen, forschen auf Weltniveau, dirigieren Orchester, drehen Filme, gewinnen Medaillen, erziehen ihre Kinder, leben Familie und Partnerschaft.

Frauen aus den verschiedensten Bereichen – Familie, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft – unterstützen die Gesprächsreihe „SIE – Bayerns Frauen“. Sie bringen damit, jede auf ihre eigene Weise, frauenpolitische Themen voran. Gleichzeitig sind sie Vorbild und Ansporn für Frauen aus allen Bereichen der Gesellschaft, den eigenen Lebensweg aktiv zu gestalten und selbstbewusst und nachhaltig die eigenen Ziele zu verfolgen.
 

Regionale Partnerinnen

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Professor Susanne Porsche, Geschäftsführerin SUMMERSET GMBH, neue Münchner Fernsehproduktion GmbH & CO. KG, Sunset Austria GmbH

"Wie bringt man Beruf und Familie unter einen Hut? Welche Eigenschaften sind förderlich für Erfolg im Beruf?
Einfache Fragen, die mir gerade von jungen Menschen – und immer öfter speziell von Frauen – gestellt werden. So simpel die Fragen, so komplex die Antwort. In der Regel sind es ein paar Eigenschaften, die tief in der Persönlichkeit eines Menschen verankert sind und zum Erfolg führen. Ohne Liebe und Leidenschaft droht man schon im Privatleben zu scheitern. Und ohne Hingabe ist auch der Weg zum eigenen Unternehmen voller unüberwindlicher Hürden. Unternehmerinnen müssen ihre Geschäftsidee „lieben“. Und sie müssen die Herausforderungen einer Unternehmensgründung leidenschaftlich angehen. Erfolgreiche Unternehmerinnen prüfen ihr eigenes Handeln immer wieder kritisch. Sie verstecken sich nicht hinter anderen, sie übernehmen die volle Verantwortung für ihr Tun und sie sind lösungsorientiert! Und nicht zuletzt befragen sie sich immer wieder selbst: Wozu ist eine Entscheidung gut? Warum tue ich das? Wo soll das Unternehmen in einem Jahr stehen? Was haben meine Kunden davon?
Eine Eigenschaft steht jedoch über allen anderen: Authentizität! Langfristig erfolgreich ist nur, wer authentisch ist; wer im Einklang mit seinen Werten, Prägungen und Wünschen handelt. Wer sich dauerhaft verbiegt, wird nie gerade seinen Weg gehen. Die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass Frauen leidenschaftlich, mutig und liebevoll ihre eigenen Pläne, Ideen und Visionen umsetzen können – dieses Ziel liegt mir besonders am Herzen."

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Anne Gfrerer, Leiterin Identity & Communications HypoVereinsbank, Mit-Initiatorin des HVB Frauenbeirats

„Es gibt in Deutschland viele erfolgreiche Managerinnen und starke Unternehmerinnen mit vielen inspirierenden Geschichten und Lebenswegen. Ich bin überzeugt: Wir müssen diese Persönlichkeiten und Geschichten sichtbarer machen und dafür sorgen, dass wir enger zusammenarbeiten und gemeinsam für Wandel sorgen. Ich bin überzeugt, dass es uns dann gelingt, die Zukunft in unserem Sinne zu gestalten und positive Veränderungen für Frauen, aber auch für die gesamte Gesellschaft zu bewirken.
Konkret mache ich das mit dem HVB Frauenbeirat, den ich zusammen mit rund 30 Unternehmerinnen und Managerinnen 2010 ins Leben gerufen habe. Er ist seit 2010 eine feste Institution in der HypoVereinsbank. Er berät den Vorstand als Sparringspartner und stößt konkrete Initiativen an. Dabei geht es längst nicht nur um Gender Diversity: Wir wollen mit dem Frauenbeirat, den es inzwischen auch in Berlin und Frankfurt gibt, die großen Themen unserer Zeit aus Sicht von erfolgreichen Frauen diskutieren. Zwei Themen sind uns dabei besonders wichtig: Wir fördern Frauen, zum Beispiel seit 2012 mit unserem Mentoring-Programm speziell für Gründerinnen. Und wir prägen gesellschaftliche Themen mit. So beschäftigen wir uns derzeit auch stark mit dem digitalen Wandel sowie seinen Folgen und haben dafür die Initiative
“E-Culture” ins Leben gerufen, mit der wir über vielfältige Projekte den Mindset-Wandel beim Thema Digitalisierung vorantreiben wollen.“
 

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Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, Professorin für Entrepreneurial Finance an der Technischen Universität München (TUM)

„Das Thema Frauen und Karriere ist sowohl im Bereich der Wissenschaft als auch in der Praxis gleichermaßen ein komplexes und herausforderndes Kapitel. Die Diskussion um die Entwicklung des „einen“ Patentrezepts für erfolgreiche weibliche Karrierewege ist dabei wenig hilfreich, da jede Frau individuell geprägt ist durch unterschiedliche Ausbildungen, Erfahrungen und Familien-hintergründe. Zudem lassen sich Karrieren allgemein nur äußerst eingeschränkt planen. Wir werden immer wieder in verschiedenen Lebenssituationen mit neuem Wissen, neuen Entscheidungs-situationen oder Veränderungen in einer sich immer weiter globalisierenden Welt konfrontiert und so können Karrierestrategien bereits am nächsten Tag in einem vollkommen neuen Licht erscheinen. Dennoch ist es wichtig, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und gemeinsam stetig daran zu arbeiten. Zu diesen zählen Ehrlichkeit und Toleranz mit sich selbst und anderen, Freude an einem stimulierenden Umfeld, Fleiß oder auch die mentale und praktische Bereitschaft für neue Wege. Genau dann können vorhandene Stereotypen, insbesondere bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, überwunden und Chancen sowohl als positiv erkannt als auch ergriffen werden. Es gibt viele eindrucksvolle Beispiele von Frauen, die einen durchaus unkonventionellen und eigenen Weg eingeschlagen haben. Diese sollten ihre Verantwortung, als Vorbild zu dienen, in Gesprächen mit anderen Frauen und in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit wahrnehmen. Selten sind alle Rahmenbedingungen perfekt vorhanden. Sie müssen hingegen unter Einbeziehung von Vorbildern erst geschaffen oder im Dialog mit dem Staat, dem Unternehmen oder der Familie angepasst werden. Doch auch hier zählt es erneut, proaktiv zu sein und Lösungen abgestimmt auf die jeweilige Lebenssituation zu gestalten.“
 

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Edina Brenner, Geschäftsführerin / Leiterin Abteilung Regionen und Services, vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.

"Wichtig ist, an der Spitze der Unternehmen das Wissen und die Überzeugung, dass gemischte Führungsteams ein signifikant besseres Ergebnis und eine höhere Rentabilität erzielen. Die Erhöhung des Anteils von qualifizierten Frauen in Führungspositionen ist daher ein wichtiger Bestandteil des Diversity-Managements und muss zur Grundsatzentscheidung modernen Personalmanagements werden. Dazu ist es insbesondere erforderlich, vakante Positionen auch transparent darzustellen. In Kenntnis des demographischen Wandels und des bevorstehenden „Kampfes um die besten Talente“ kann es sich kein Unternehmen leisten, auf den „Talentpool“ qualifizierter Frauen zu verzichten, den es gezielt anzusprechen gilt.
Qualifizierte Frauen sind aber umgekehrt auch gefordert, sich in Position zu bringen, vakante Stellen aktiv besetzen zu wollen."

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Henrietta Buchmann, The Lejeune Academy

"Eines ist klar: Wir bayerischen Frauen ticken anders. Wir denken, entscheiden und handeln durch Emotionalität. Wir tauschen Angst gegen Vertrauen.
Made in Bayern heißt: Die Zukunft ist weiblich!
Ich bin mir sicher, SIE wird eine bayerische Initiative für Motivation in Deutschland."
 

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Professor Dr. Isabell M. Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation, Technische Universität München, Leiterin des Instituts für Hochschulplanung und -forschung (IHF)

„In Deutschland wird im Moment viel darüber diskutiert, wie man mehr Frauen in Führungspositionen bringen kann. Der beste Ansatz dazu lautet hier „Don’t fix the women, fix the organization”. Die Forschung zeigt, dass die geringe Repräsentation von Frauen nicht daran liegt, dass diese nicht kompetent genug oder motiviert für Führungspositionen sind. Stattdessen führen unbewusste Rollenerwartungen über die Eigenschaften von Männern, Frauen und Führungskräften dazu, dass gleiches Verhalten bei Männern und Frauen unterschiedlich beurteilt und Frauen seltener für Führungspositionen eingestellt werden. Während Männern die für Führungspositionen notwendigen Eigenschaften wie Durchsetzungsstärke, Entscheidungsfähigkeit und Machtstreben eher zugeschrieben werden, werden Frauen insgesamt als freundlich, zuvorkommend und prosozial eingeschätzt – Eigenschaften, die zwar positiv konnotiert sind, mit dem vorherrschenden Bild von Führungskräften jedoch nicht unbedingt übereinstimmen. Da Rollenerwartungen die Personalauswahl und –beurteilung unterbewusst beeinflussen, ist die zentrale Stellschraube für mehr Frauen in Führungspositionen eine stärkere Strukturierung von Auswahlprozessen und eine Veränderung der Unternehmenskultur. Dabei müssen Anforderungen an zukünftige PositionsinhaberInnen klar und verhaltensbezogen definiert und im Anschluss bei allen KandidatInnen mit standardisierten Interviews und Arbeitsproben stereotypen-sicher abgeprüft werden. Zu guter Letzt sollten Personalentscheidungen natürlich basierend auf den Ergebnissen von Interviews und Arbeitsproben getroffen werden – und nicht auf Basis des eigenen Bauchgefühls, welches in komplexen Beurteilungssituationen häufig trügerisch ist.“


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Gabriele Zedlmayer, Vice President and Chief Progress Officer, Hewlett Packard Enterprise

"Lettie Pate Whitehead war angeblich die erste Frau, die in den Aufsichtrat eines grossen Unternehmens (Coca Cola) berufen wurde. Das war im Jahr 1934. Fast hundert Jahre später hat sich in diesem Bereich immer noch nicht wirklich viel getan. Ich denke, dies kann und muss sich verändern, wenn wir den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden wollen. Damit meine ich die gewaltigen demographischen Veränderungen, die IT - und Datenrevolution, sowie den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen – das alles kann nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn wir gemeinsam die richtigen Entscheidungen treffen – und dafür brauchen wir Männer und Frauen."

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Sandra Bindler, Vorstandsmitglied
der Münchner Bank eG

"Männer haben verantwortungsvolle Jobs und bringen das Geld nach Hause, Frauen verdienen mit einfachen Tätigkeiten etwas dazu oder kümmern sich um Haushalt und Kinder: Zum Glück gehört dieses starre Rollenverständnis heute der Vergangenheit an. Immer mehr hochqualifizierte Frauen kommen in Führungs-positionen – das hat einen positiven Effekt auf die deutsche Wirtschaft. Denn Frauen in Führungspositionen können nachweislich die Performance von Unternehmen verbessern. Es lohnt sich also, wenn Unternehmen jeder Größe aktiv werden und verstärkt auf gemischte Teams an der Spitze setzen. Frauen verfügen nicht nur über ein besonderes Fingerspitzengefühl in relevanten unternehmenspolitischen Fragen, sondern auch über die nötige Willenskraft und jede Menge Durchsetzungsvermögen. Grundvoraussetzung dafür, dass Frauen im Beruf ihr Potential entfalten können, ist meiner Erfahrung nach eine offene, von Respekt und Toleranz geprägte Unternehmenskultur. Das sehe ich bei uns in der Münchner Bank eG. Als Genossenschaftsbank stehen wir für Nachhaltigkeit und Transparenz, Partnerschaftlichkeit, Vielfalt und Leistungsstärke. Diese Werte prägen unser Haus und machen unsere Mentalität aus. Stereotype Rollenbilder haben hier keinen Platz. Das weiß ich sehr zu schätzen und das fördere ich auch gezielt in meiner Position als Vorstandsmitglied.“

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Hildegund Holzheid, Präsidentin des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes a.D.

"Wir Frauen haben in den letzten Jahrzehnten viel erreicht. Als ich meinen Dienst in der Bayerischen Justiz antrat, waren so wenige Frauen als Richterinnen und Staatsanwältinnen tätig, dass man ihre Zahl an zwei Händen abzählen konnte: es kamen keine zehn zusammen. Heute sind die Einstellungszahlen zumindest ausgeglichen, die Spitzenämter allerdings (noch) nicht.

Heute können Frauen alle Positionen in Staat, Wirtschaft (?), Wissenschaft und Gesellschaft erobern. Frauen werden akzeptiert. Frauen werden nach meiner Beobachtung allerdings häufig noch als Ausnahmen angesehen. Oft ist es nicht eine gezielte Diskriminierung, vielmehr werden Frauen überhaupt nicht in den Auswahlprozess für Führungsaufgaben einbezogen, weil man sie nicht im Blick hat und weil sie sich nicht selber ins Gespräch bringen, sondern auf einen Ruf warten und selbst dann noch zweifeln.

Deshalb ist es für Frauen besonders wichtig, Bündnisse zu schmieden, Netzwerke zu haben, sich gegenseitig zu ermutigen, andere Frauen nachzuziehen. Netzwerke können helfen, Frauen vor zuviel Selbstzweifeln zu bewahren. Selbstreflexion ist ja sympathisch, darf aber nicht vorwiegend in Selbstzweifel münden.

Frauen brauchen weibliche Vorbilder, Vorbilder, die sichtbar sind. Es ist daher wichtig, dass Führungsfrauen bewusst andere Frauen motivieren und herausstellen, auch öffentlich sichtbar machen. Überall, wo wir Gelegenheit haben, auf die Zusammensetzung von Gremien und öffentlichen Foren und Podien hinzuwirken, sollten wir ganz gezielt nach Frauen, nach Expertinnen Ausschau halten und diese benennen. Wo wir ausschließlich Männer vorfinden, sollten wir – konstruktiv, d.h. verbunden mit konkreten Vorschlägen – dies kritisieren. Es geht nicht nur um mehr Gerechtigkeit für Frauen sondern um Ergebnisoptimierung für das Ganze.

Und last not least:
Nicht jammern sondern handeln!"

 

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Sabine Bauer, stellv. Aufsichtsratsvorsitzende adidas AG

"Heutzutage gibt es eine Vielfalt von Lebensentwürfen. Doch das Leben verläuft nicht immer nach Plan. Manchmal treten Ereignisse ein, die unsere Planung umwerfen und in neue Richtungen lenken. Am Wichtigsten erscheint mir dabei, für sich selbst den richtigen Weg und den richtigen Platz im Leben zu finden. Politik, Gesetzgebung, Unternehmen und die Gesellschaft sind hier gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen bzw. diese mit Leben zu erfüllen und Chancengleichheit konsequent umzusetzen. Hierzu gehört auch die Erkenntnis, dass es in den verschiedenen Lebensphasen unterschiedliche Bedürfnisse gibt und Karrieren heutzutage oft nicht mehr linear verlaufen. Generell erscheint mir ein grundsätzliches Umdenken, ein Kulturwandel notwendig. Jeder ertappt sich sicherlich mal dabei, in Stereotypen zu denken und ausschließlich über das Sichtbare zu urteilen. Stattdessen sollten wir den verschiedenen Lebensmodellen Respekt zollen und anerkennen, dass das eigene Modell nicht das einzig Richtige ist. Unabhängig von Alter, Geschlecht und Position begegnen uns – beruflich wie privat – auch immer wieder klischeehaftes Verhalten und verkrustete Denkweisen. Wir – Frauen wie Männer – brauchen mehr Offenheit und Toleranz für die unterschiedlichen Lebensentwürfe und vor allem mehr Respekt untereinander."

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Christine Fesel, Inhaberin Agency5 und Initiatorin Aktiv5

"Unternehmergeist zeichnet viele Frauen zu allen Zeiten und in allen Lebensbereichen aus.“ Vielfältigkeit, Verbindlichkeit und soziale Kompetenz machen unsere weibliche Stärke aus. Gerade um in der Businesswelt zu bestehen ist es wichtig, dass wir uns in unseren „Softskills“ unterstützen und stärken. Aber auch die „Hardfacts“ durch Austausch und Kooperationen zu integrieren, das ist die Kunst, die wir pflegen.
Gegensätzliches zu verbinden und gemeinsam Brücken zu bauen, darum geht es bei unserem Stammtisch, bei dem von der Architektin, der Buchhalterin über die Computerfachfrau, oder die erfolgreiche Familienmanagerin bis hin zum weiblichen Wellnesscoach und zur nebenberuflichen Yogalehrerin monatlich geballtes weibliches Unternehmertum zusammenfindet. Und es geht um Existenzängste und wirtschaftliches Überleben, es geht um Unterstützung in privaten und beruflichen Krisen, es geht auch um Offenheit und Ehrlichkeit und es geht um Wertschätzung und Wohlwollen. „Alles unter einen Hut bringen“ das ist die die Herausforderung. Alle Bereiche des Lebens, alle Bedürfnisse und vor allem alle Beziehungen zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden."

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Prof. Dr. Dr. Birgit Spanner-Ulmer, Direktorin Produktion und Technik Bayerischer Rundfunk

„Die Möglichkeiten, unser Leben aktiv zu gestalten und unsere Vorstellungen davon zu verwirklichen, waren für uns Frauen niemals besser als heute. Die enorme Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Lebensentwürfe in unserer heutigen Gesellschaft sind deutliche Belege dafür, wie viele Frauen davon bereits Gebrauch machen. Mut und Überzeugung, Zuversicht und auch eine gewisse Gelassenheit sind dabei wichtige Voraussetzungen, um seinen Weg zu finden und diesen erfolgreich zu gehen. Um nachhaltige Veränderungen in Gesellschaft, Volkswirtschaft und Kultur voranzutreiben ist es entscheidend, dass immer mehr Frauen genau diese Eigenschaften weiter entwickeln."

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Dr. Christiane Decker, Vorstand von EasyCredit

"Das Thema Diversity-Management gewinnt mehr und mehr an Fahrt und gehört zu den wichtigsten Schlagworten des 21. Jahrhunderts – ganz gleich, ob es um die neue Rolle der Frau oder die anderer Personengruppen wie Menschen mit Behinderung oder mit Migrationshintergrund geht. Darüber hinaus hat die Vielfalt der Lebensentwürfe insgesamt immens zugenommen. Geprägt wird das Thema derzeit allerdings von der Diskussion um die Frauenquote. Kein Wunder, machen doch Frauen die Hälfte der Bevölkerung und mehr als die Hälfte der Hochschul-absolventen aus – und daher auch die Hälfte des Talents sowie der Kompetenz. In den Chefetagen deutscher Unternehmen sind sie aber nur zu rund 3 % vertreten. Generell ist es ungerecht, wenn sie aufgrund von Tradition und historischer Ungleichheit auch in den modernen Gesellschaften im öffentlichen Leben, insbesondere in Führungspositionen unterrepräsentiert sind, obwohl immer mehr Studien zeigen, dass Unternehmen mit Frauen in der Chefetage die wirtschaftlich erfolgreicheren sind.
Auch bei easyCredit haben wir die Erfahrung gemacht, dass gemischte Teams besser funktionieren. Daher schaffen wir Vielfalt auf allen Ebenen. Bei uns haben diejenigen Chancen, die sie nutzen möchten – unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder Alter. Was zählt, ist Engagement und Können. Es ist unser erklärtes Ziel gegenüber dem Nachwuchs Vorbildfunktion zu übernehmen und Frauen für verantwortliche Positionen, ob Fach- oder Führungslaufbahn, zu motivieren.
Es ist aber genauso entscheidend, dass auch die Frauen in die aktivere Rolle schlüpfen. Sie müssen ihre Potenziale erkennen und diese auch nutzen wollen! Und sie müssen äußern, was sich ändern sollte, damit sie verstärkt Führungsverantwortung übernehmen.
Als gute Ansätze, um allen Mitarbeitern eine ausgewogene Work-Life-Balance und ein effizientes Zeitmanagement zu ermöglichen, erweisen sich Modelle zum Sabbatical oder flexible Arbeitszeiten. Bei easyCredit möchten wir so die Anforderungen unserer modernen Welt mit den persönlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter in Einklang bringen und dies alltäglich leben."

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Kerstin Rank, Inhaberin ehrensache Kerstin Rank e.K.

“Frauen können alles!”: das war und ist meine tiefste Grundeinstellung seit meiner Kindheit. Ich sehe das auch nicht in Konkurrenz zum Mann. Meiner Meinung nach ist der Kampf der Geschlechter etwas von gestern und man(n) kann sich diesen einfach nicht mehr leisten.Heute geht es um die besseren Ideen, die bessere Kommunikation und die nachhaltigeren Strategien. Die deutsche Wirtschaft muss sich im digitalen Zeitalter – in dem alles schneller geht, als man es sich je vorstellen konnte, in dem Grenzen nicht mehr existieren und in dem Ressourcen verschwendet werden – eine Stellung herausarbeiten, die den vorhandenen Wohlstand für zukünftige Generationen weiterhin sichern kann. Und das geht nur über Innovationen. Ob diese einem weiblichen oder männlichen Kopf entspringen, ist dabei absolut zweitrangig. Im Arbeitsalltag muss der individuelle Kopf gefördert werden und dieser dann genutzt, nicht das Geschlecht. In vielen Führungsetagen und Betrieben setzt sich die gleichberichtigte Wertschöpfung aller Mitarbeiter zum Wohle der Unternehmen immer mehr durch. Ich würde mir aber natürlich wünschen, dass dieses Weltbild noch viel schneller in mehr Köpfe einzieht und es in naher Zukunft absolut selbstverständlich ist. Eins ist auch klar und Grundvorraussetzung, die Frau von heute muss das halten und repräsentieren was sie verspricht: Und nichts überzeugt Männer so schlagkräftig wie Fakten. So lebe ich es auch meiner Tochter vor. Also lassen Sie uns in dieser Runde an Umsetzungen arbeiten, die direkt greifen – nachhaltig, sozial und effizient."

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Dr. Andrea Bör, Kanzlerin der Freien Universität Berlin

"Frauen sollten selbstbewusst und kompetent ihre Rolle in der Gesellschaft und im Berufsleben ausfüllen. Dabei können sie sowohl nach „männlichen Regeln“, aber auch mit weiblicher Finesse vorgehen. Frauen sollten auch erkennen, dass sie nicht alles alleine machen können und müssen. Für mich war es der richtige Weg, meine vier Kinder früh, während meiner Studien- und Promotionsjahre, zu bekommen. Das war alles möglich, da mein Mann, meine Familie, aber auch meine Studiums- und Arbeitsumgebung die Gesamtsituation mitgetragen haben.

Berufseinsteigerinnen sollten ihre Berufswahl in erster Linie nach ihren Kompetenzen und Neigungen ausrichten, ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren und Unterstützung annehmen. Denn was man gerne macht, verspricht am meisten Erfolg.

Weibliche Vorbilder spielen dabei eine wichtige Rolle. Ich war schon als Schülerin technisch sehr interessiert. Aber da es in meiner Familie niemanden gab, der einen technischen oder gar ingenieurswissenschaftlichen Beruf ausübte, fehlte mir der Blick auf Lebensentwürfe in diesem Arbeitsfeld. Der 1. Münchner-Mädchen-Technik-Tag, aus dem die heutige „Girls’Day“-Bewegung entstanden ist, war deshalb ein prägendes Erlebnis für mich. Dort habe ich Frauen erlebt, die als Ingenieurinnen oder Naturwissenschaftlerinnen im Beruf standen. Die Hauptorganisatorin Maren Heinzerling wurde für mich ein Vorbild und später auch meine Mentorin. Ihre Unterstützung hat mir sehr geholfen.

Manchmal brauchen Frauen für die ersten Schritte besonderen Mut, Neues und Unbekanntes zu wagen. Oft genug erkennt man erst im Nachhinein, wohin der Weg geführt hat. Doch das Wagnis lohnt sich. Es ist schön, die Frage „Kinder oder Karriere?“ aus vollem Herzen mit „Natürlich beides!“ zu beantworten. Und es ist auch möglich."

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Sylvia Hladky, Leiterin des Verkehrszentrums und der Hauptabteilung Landverkehr des Deutschen Museums

"Die Rolle der Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Während „frau“ beispielsweise vor 35 Jahren noch als Exotin galt, wenn sie Technik studierte, wird sie heute von den technischen Fakultäten der Universitäten heftig umworben. Der Bedarf an Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen steigt. Vielleicht verändern sich damit auch Forschungsinhalte. Eine Erkenntnis der Führungsreihe „Frauen führen Frauen“ des Deutschen Museums war, dass Frauen wesentlich nutzorientierter mit Technik umgehen als Männer. Nicht „höher“ oder „weiter“ werden als Ziele definiert, sondern Effizienzsteigerung und Nachhaltigkeit. Eine stärkere Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Lehrstühlen könnte diese Entwicklung begünstigen. Die veränderten Rahmenbedingungen erzeugen aber auch neue Erwartungshaltungen. Es wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass Frauen Verantwortung übernehmen - nicht nur in Betrieben, sondern auch in der Familie, bei der Kindererziehung oder der Betreuung der älteren Generation. Sie übernehmen damit wichtige Funktionen in unserer Gesellschaft – und werden häufig mit der Bewältigung allein gelassen. Das Ziel der Politik sollte sein, individuelle Lösungen zu ermöglichen, d. h. Kita-Plätze und Ganztagesschulen zu schaffen, qualifizierte Tagesmütter-Modelle zu entwickeln, familiär bedingte Teilzeitmodelle für Männer und Frauen so zu etablieren, dass daraus keine Altersarmut entsteht und Qualifikationen, die in den oben genannten Funktionen erworben werden, allgemein anzuerkennen. Viele Frauen entwickeln ein hohes Maß an Fähigkeiten beim Zeitmanagement und der Organisation von Beruf und Kinderbetreuung – eine Qualifikation, die in Bewerbungen fast nie abgefragt oder bewertet wird. Die Einsatzbereitschaft vieler Frauen – insbesondere auch jener in weniger qualifizierten Berufen – sollte in unserer Gesellschaft einen höheren Stellenwert bekommen."

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Annette Grimm, Leiterin Personal Division Powertrain, Continental

„Noch nie waren Frauen so gut ausgebildet wie heute, allerdings sind es auch weiterhin Frauen, die sich um das Thema Kindererziehung kümmern. Zum einen, weil sie es genauso wollen, zum anderen aber, weil sie keine andere Wahl haben - aus Mangel an Betreuungsmöglichkeiten oder aus Mangel an Unterstützung durch den Arbeitgeber. Wenn Unternehmen zukünftig wettbewerbsfähig sein oder bleiben wollen, müssen sie die entsprechenden Voraussetzungen schaffen, Frauen an ihr Unternehmen zu binden, sie zu fördern und entsprechend ihrer Qualifikationen langfristig zu entwickeln. Dies ist nur möglich durch eine Verbesserung der familiengerechten Arbeitswelt, der sog. „Work Life Balance“. Maßnahmen wie Job Sharing, Gleitzeit oder Homeoffice sowie Lösungen zur Kinderbetreuung oder das Angebot von Ferienprogrammen sind hier gefragt. Continental unternimmt bereits heute große Anstrengungen, um diese Chancengleichheit zu gewährleisten.
Zusätzlich sehen wir die Herausforderung, gerade für technische Berufe Frauen zu gewinnen. Diese kann nur bewältigt werden, wenn Mädchen bereits schon im Grundschulalter für Technik begeistert werden, d.h. der Bewusstseinswandel hinsichtlich der „Rolle der Frau“ muss bereits im Kindesalter beginnen und daran müssen Politik und Wirtschaft Hand in Hand arbeiten.“

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Christel Anna Brechtel, Geschäftsführerin Rösle GmbH & Co.KG

"Rollen - egal ob die der Frauen oder Männer - werden durch das gültige Paradigma der Gesellschaft geprägt. In Zeiten der Veränderung und insbesondere des Paradigmenwechsels entstehen neue Vorstellungen von Werten, Verantwortung, Leben und Lebenssinn sowie die Rolle des einzelnen in der Gesellschaft. Wir befinden uns seit geraumer Zeit in einem wesentlichen Paradigmenwechsel. Die Rolle der Frau ist damit ebenso wie die Rolle des Mannes im Begriff, sich grundlegend zu verändern. Während bis vor kurzem noch die Rolle als Mutter, Berufstätige und Partnerin maßgebend war, ist die Verantwortung der Frauen für den Erhalt der Lebensgrundlagen und die Entwicklung von Werten stärker in den Vordergrund getreten. Frauen entscheiden heute im Wege von grünem oder fairem Konsum, über einen Wandel der Industrie und Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Lebensführung. Über eine Kindererziehung zu einer bewussteren Lebensweise und größerer Achtsamkeit gestalten Frauen heute maßgeblich das Leben nachfolgender Generationen. Nicht ohne Grund sehen Zukunftsstudien die stetig wachsende Bedeutung der Frauen als einen wesentlichen Zukunftstrend. Für mich, in meinem eigenen beruflichen wie privaten Leben, ist die Mitgestaltung der Zukunft mit dem Ziel der Schaffung einer nachhaltigen Welt und die Förderung von Frauen ein großes persönliches Anliegen. Die Herausforderungen sind zwar aktuell sehr groß, jedoch sind auch die Chancen für einen Wandel in eine positive Zukunft entsprechend groß. Und diese nutze ich. Konkret heißt das in dem von mir geführten Unternehmen Frauen stärker zu fördern, sie an der Führung des Unternehmens konsequent zu beteiligen sowie das Unternehmen mit dem Ziel der Nachhaltigkeit zu entwickeln. Beides geht Hand in Hand und führt zu spürbaren neuen Sichtweisen und positiver Unternehmensentwicklung."

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Barbara Flügel, Geschäftsführerin und Gründerin von Flügel-Porzellan

Männer- Frauen – Unterschiede?!
"Gott sei Dank, ich kenne kaum eine Frau die lieber ein Mann sein möchte. Wenn ich lese, dass nur 2,5% Frauen in der Vorstandsebene deutscher Großunternehmen sind, so habe ich das Gefühl, dass Männer in „wichtigen Dingen“ lieber unter sich bleiben wollen! Die weibliche Art zu Denken werden Männer wohl nie verstehen und ich befürchte auch umgekehrt. Ein gutes Miteinander, ob privat oder beruflich, ist doch eine Frage von gegenseitigem Respekt. Als Frau hatte ich das Glück nicht geschlechtsspezifisch erzogen worden zu sein, so konnte ich alles tun was Jungs auch durften und ich glaube, dass das der Grund war, dass ich mich Männern gegenüber gleichberechtigt und gleichwertig fühle. Ich bin überzeugt, dass Selbstbewusstsein in der Kindheit beginnt, denn „Mütter machen Kinder.“ Freier Geist, Bildung und unkonventionelles Denken machen uns gleich und lassen uns unsere weiblichen Fähigkeiten, allen voran unsere Intuition entwickeln. Das macht uns mehr als gleich, es macht uns einzigartig."

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Annette Späth,Museumsleiterin Schloss Aschach

"Ein verantwortungsvoll achtsamer Umgang mit sich und anderen sowie mit der Natur ist Voraussetzung für eine lebenswerte Gesellschaft, in der sich die Menschen wohl und beheimatet fühlen. Daran sollten nicht nur wir Frauen jeden Tag in allen Lebensbereichen arbeiten."

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Rose Marie Wenzel, Bezirksvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes e.V.

"Bayerns Hotellerie und Gastronomie erwirtschaftet jährlich 12 Milliarden Umsatz mit 315 Tausend Beschäftigten, zwei Drittel davon sind Frauen. Und das ist gut so. Denn Frauen sind das Rückgrat unserer Branche - ob als Angestellte oder Unternehmerinnen. Mit emotionaler Intelligenz schaffen sie eine wohlwollende Atmosphäre für ihre Gäste und ein berufliches Zuhause für ihre Mitarbeiter. Insbesondere jungen Frauen bieten unsere flexiblen Arbeitszeiten die Chance, auch während der Familienphase beruflich am Ball zu bleiben. So können sie durchgängig am Berufsleben teilhaben. Und dass immer mehr Frauen nach dem beruflichen Wiedereinstieg nochmals durchstarten, ist ein großartiger Trend. Leider hemmen immer noch Vorurteile weibliche Unternehmerinnen und Führungskräfte bei ihrer beruflichen Laufbahn, sodass noch zu viele sich selbst unterschätzen. Frau muss sich mehr zutrauen. Denn die erfolgreichsten Unternehmen sind belegbar 'Frauen-Wirtschaften'."

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Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel

"Durch die Emanzipation der Frauen hat sich das gesellschaftliche und familiäre Bild im letzten Jahrhundert maßgeblich verändert. Heutzutage ist es selbstverständlich geworden, dass Frauen gut ausgebildet sind und am Arbeitsleben teilhaben. Trotzdem ist es in einer vorwiegend von Männern bestimmten Arbeitswelt immer noch schwer Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Das ist kein Thema der Emanzipation sondern der Organisation. Für die Zukunft unseres Landes ist es elementar wichtig hier für praktikable und zeitnahe Lösungen zu finden."

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Susanne Meinhard, Geschäftsführende Direktorin Kempinski Hotel Airport München

"Frauen haben in den letzten Jahrzehnten viel für die Gleichstellung erreicht und somit ist es für meine und die folgenden Generationen leichter geworden, die persönlichen Karriereziele zu erreichen. Dennoch müssen wir in der heutigen Zeit stets prüfen, dass die Gleichberechtigung weiterhin gewährt wird. Wir leben nach wie vor in einer von Männern dominierten Geschäftswelt und noch immer herrscht in einigen Köpfen die klassische Rollenverteilung von Mann und Frau. Zum Glück werden diese immer weniger."

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Christiane Schleyerbach-Breu, Schloss Miltach

"Trotz aller Erfolge müssen wir uns - gerade in ländlichen Gegenden – eingestehen, dass manche Bereiche wie Politik, Beruf und Karriere noch sehr „traditionell“, also ohne wesentliche Frauenbeteiligung besetzt sind. Dies ist vielleicht auch mit fehlender Akzeptanz der Frauen untereinander zu erklären. Wir Frauen sollten unsere Lebensentwürfe tolerieren und uns nicht auf „entweder Karriere oder Familie“ beschränken, denn machen doch genau diese Zwischentöne das Leben aus. Die konsequente Umsetzung der individuell eingeschlagenen Wege muss ohne schlechtes Gewissen möglich sein."

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Dr. Susanne Heller, Geschäftsführerin heller & partner communication GmbH

"Wir Frauen stellen uns den vielfältigen Aufgaben in Beruf und Privatleben mit viel Engagement und Perfektionsstreben. Wichtig ist dabei, immer die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und die richtige Balance für alle Lebensbereiche zu finden. Dann bleibt frau gelassen, leistungsfähig und gesund."

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Dr. Claudia Lichte, Museumsleiterin des Mainfränkischen Museums Würzburg

"Bayerns Kultur ist vorwiegend durch Frauen geprägt – längst bis hinauf zur Direktorenebene. Wir bringen, um die Kultur einem breiten Publikum zu erschließen, Idealismus, Fachkompetenz, Energie und Phantasie mit ein. Und, weil die personelle und finanzielle Ausstattung selten ausreicht, viel Freizeit.
Die Ironie dabei: Weil wir Kulturfrauen der knappen Ressourcen wegen multi-tasking Talente sein müssen, stellen wir unser Privatleben oft hintan. Die Folge: Unter fest angestellten „Kultur-Frauen“ sind nur wenige Mütter. Hauptamtliche Kulturarbeit und Kinder sind auch heute noch für Frauen kaum zu vereinbaren – Kultur findet bekanntlich meist am Abend statt.
Hier brauchen wir eine Lösung - Jobsharing zum Beispiel. Auch und gerade, weil die in der Kulturarbeit so notwendige Kreativität, der schöpferische Geist auf den ersten Blick nicht aufteilbar scheint. Da haben die Kreativ-Teams aus Werbung und Marketing in puncto Flexibilität den altehrwürdigen Kulturinstitutionen einiges voraus. Und auch in der „freien“ Kulturszene gibt es viele Mütter! Ich plädiere für einen ergebnisoffenen Dialog darüber, wie auch, aber natürlich nicht nur in der Kultur starre Regelungen aufgegeben werden – zugunsten von Kindern und Familie."

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Sabine Weyermann, Geschäftsführerin der Weyermann® Malzfabrik

"Frauen stehen heute dank unterschiedlichster Ausbildungswege die verschiedensten Lebensformen offen. Noch immer jedoch müssen Frauen sehr multitasking-fähig sein, um Familie und Lebensweg in Einklang bringen zu können! Wie viel besser könnten sich Frauen in ihre erlernten Berufe einbringen, wenn die Frage der Kinderbetreuung noch besser geregelt wäre! So müssen sich viele Frauen aber noch immer entscheiden zwischen Beruf und Familie, da beides zu verbinden häufig nur Besserverdienenden offen steht, die sich die Kinderbetreuung leisten können! Nicht zu sprechen von den Ausbildungskosten, die dem Staat verloren gehen, da die Frauen nie ihren erlernten Beruf ausüben werden. Und zu jeder Lebensvision gehört natürlich der passende Lebenspartner, der die Vision der Frau mittragen kann!"

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Bianca Keybach, Geschäftsführerin der Oberstaufen Tourismus Marketing GmbH

"Frauen meiner Generation haben keine Nachteile mehr gegenüber männlichen Altersgenossen. Wir können den Beruf wählen, den wir uns wünschen, Karriere machen, Führungspositionen übernehmen, viel Geld verdienen und sogar rückwärts einparken. Im Gegenteil: Ich behaupte sogar, dass in meiner Generation die Frauen den Männern gegenüber Vorteile haben, denn wir können zusätzlich Kinder bekommen und Röcke tragen, sind selbstkritisch, diplomatisch, begeisterungsfähig und – was der größte aller Vorteile ist - werden immer noch in vielen Situationen unterschätzt."

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Prof. Dr. med. Monika Führer, Leiterin der Koordinationsstelle Kinderpalliativmedizin

"Autonomie und Bindung stellen zwei scheinbar unvereinbare Wertepole in der modernen Gesellschaft dar. Indem sie Verantwortung in Partnerschaft und Familie übernehmen und zugleich Autonomie in der Verwirklichung eigener Ziele leben, gelingt es Frauen, diese scheinbaren Gegensätze in der eigenen Biographie miteinander zu versöhnen. Damit befähigt Frauen die Vielfalt ihrer Erfahrungen in besonderer Weise, Gesellschaft heute und in Zukunft wesentlich mit zu gestalten.“

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Gisela Sieber, SIMBA DICKIE Group, Fürth

''Jede Frau bringt ganz unterschiedliche Lebensentwürfe unter einen Hut: berufliche Aktivitäten und Familie, Partnerschaft und gesellschaftliches Engagement. Die Balance zwischen all diesen Aufgaben zu halten, ist eine Herausforderung. Jede Frau gestaltet ihre eigene Balance - das macht es so spannend und so vielfältig.''

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Renate Braun, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Passau

"In einer sich immer mehr vernetzenden und globalisierenden Berufswelt sind kommunikative Qualitäten ebenso gefragt wie strategisches Denken. Männliche und weibliche unterschiedliche Grundqualitäten sind heute in der Kombination erforderlich, um erfolgreich zu sein. Frauen sollten daher ihre Stärken noch mehr einbringen und die Akzeptanz durch die Männer einfordern."